Übung: "Wo stehen wir in unserer Beziehung?"
Veröffentlicht von Jörg Schmidt in Impulse · Sonntag 01 Feb 2026 · 3:15
Tags: Tieraufstellung, Anleitungen, Selbsterfahrung
Tags: Tieraufstellung, Anleitungen, Selbsterfahrung

Diese Übung hilft dir dabei, eure Beziehung aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Manchmal erleben wir Nähe, manchmal Distanz, und oft ist beides gleichzeitig im Feld. Diese kleine Aufstellung macht sichtbar, wie ihr gerade zueinander steht und was sich vielleicht verändern möchte.
Vorbereitung
Was du brauchst:
- 4 Bodenanker (z. B. Papierbögen, Tücher oder Platzdeckchen)
- Einen Stift
- Einen ruhigen Raum, in dem du dich frei bewegen kannst
- Etwa 20–30 Minuten Zeit für dich
Beschrifte die Bodenanker mit:
- Ich
- Mein Tier
- Nähe
- Distanz
Wichtig:
Gib jedem Bodenanker eine Blickrichtung. Zeichne dafür einen Pfeil oder markiere die Oberkante.
Diese Richtung hilft dir später beim Spüren (achte bei der Übung darauf, wohin jede Position „schaut“).
Schritt-für-Schritt-Anleitung
1. Ankommen
Setz dich einen Moment hin, schließe die Augen.
Atme ruhig und bewusst ein und aus.
Spüre deinen Körper.
Stell dir dein Tier vor, nicht im Problem, sondern als Wesen, mit dem du verbunden bist.
Lass dieses Bild in dir wirken.
2. Bodenanker auslegen
Lege die vier Anker im Raum aus. Achte auf die Blickrichtung.
Geh dabei intuitiv vor: Wo fühlt sich welcher Platz stimmig an?
Achte auf Abstände, Ausrichtungen, Blickrichtungen, ohne etwas erzwingen zu wollen, also aus der Intuition heraus (und ohne darüber nachzudenken).
3. Deinen Platz betreten („Ich“)
Stell dich auf den Anker „Ich“ mit Blickrichtung entsprechend dem Pfeil.
Spüre deinen Körper.
Wie geht es dir gerade in Bezug auf dein Tier?
Gibt es Gedanken, Gefühle, Spannungen?
Wie ist dein Blick und wohin geht er?
4. Den Platz deines Tieres betreten
Wechsle nun auf den Anker „Mein Tier“.
Spür hinein: Wie fühlt es sich hier an?
Was nimmst du körperlich oder emotional wahr?
Richtet sich dein Blick auf seinen Menschen oder eher weg?
Gibt es ein Bedürfnis nach Nähe, Abstand, Schutz?
5. Den Platz der Nähe betreten
Geh nun auf den Anker „Nähe“.
Was zeigt sich hier?
Ist dieser Platz angenehm, drängend, willkommen, fremd?
Zu wem hin fühlt sich Nähe gerichtet: zu dir oder zum Tier?
6. Den Platz der Distanz betreten
Wechsle zum Anker „Distanz“.
Wie fühlt es sich hier an?
Ist sie schützend, befreiend, trennend, notwendig?
Wo gehört diese Distanz hin – zwischen euch, zu jemand anderem, zu dir selbst?
7. Von außen betrachten
Geh an einen neutralen Punkt im Raum und schau auf das ganze Feld.
Wie stehen die Bodenanker zueinander?
Wer schaut wen an?
Wo ist Spannung, wo Fluss?
Was zieht dich an? Was stößt dich ab?
8. Bewegungen zulassen
Wenn du magst, kannst du einzelne Anker leicht verschieben oder ihre Blickrichtung verändern.
Was passiert, wenn Nähe näher zu dir rückt?
Was verändert sich, wenn das Tier sich dir zuwendet oder du der Distanz den Rücken kehrst?
Beobachte ohne Ziel und vertraue deinem Gefühl.
9. Abschluss
Geh zum Schluss noch einmal auf deinen Platz „Ich“.
Spür, ob sich etwas verändert hat: in dir, in deiner Wahrnehmung, im Raum.
Bedanke dich innerlich bei deinem Tier, bei dir selbst und bei allem, was sich gezeigt hat.
Nachspüren
Nimm dir nach der Übung etwas Zeit für Notizen:
- Was hast du gespürt?
- Wo war Nähe? Wo Distanz?
- Gab es Überraschungen?
- Was möchtest du in den nächsten Tagen bewusst beobachten oder anders gestalten?
Diese Übung lädt dich ein, eure Beziehung nicht zu „bewerten“, sondern wahrzunehmen, was ist, mit offenem Herzen. Manchmal reicht dieses liebevolle Hinschauen, um erste Veränderungen anzustoßen.
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Kommentar
Andrea Grill
Freitag 06 Feb 2026
Danke lieber Joerg, für diese tolle Anleitung!! Eine Erinnerung daran, welch einfache Hilfsmittel es gibt, um die Beziehungen zu verbessern, sind sehr hilfreich! Dankeschön!