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Dein Fels in der Brandung hat vier Pfoten

Systemische Tieraufstellungen
Veröffentlicht von Jörg Schmidt in Blog · Sonntag 12 Apr 2026 · Lesezeit 6:00
Tags: Tieraufstellung


Fühlt sich gerade alles etwas schwerer an bei dir?

Der Kopf ist voll, obwohl die To-Do-Liste gar nicht so lang ist. Eine Müdigkeit, die trotz genug Schlaf nicht weichen will. Und dieses diffuse Gefühl, dass irgendetwas in der Luft liegt, ohne dass du genau benennen könntest, was es ist.

Wenn du das kennst, dann möchte ich dir eines gleich zu Beginn sagen: Es liegt nicht nur an dir. Es ist eine ganz normale Reaktion auf eine ziemlich unnormale Zeit.

Was ich unter „Zeitqualität“ verstehe

Ich habe einen Namen für dieses Gefühl, das mir so viele Tierhalterinnen und Tierhalter gerade beschreiben. Ich nenne es die aktuelle Zeitqualität.

Damit meine ich nicht irgendetwas Esoterisches. Ich meine die Atmosphäre, in der wir alle gerade leben. Dieses Zusammenspiel aus hohem Tempo, Krisen, politischen Spannungen und einer kollektiven Anspannung, die wie ein unsichtbarer Nebel über allem liegt.

Entscheidungen fallen schwerer. Fragen werden lauter. Wie soll das alles weitergehen? Warum macht mich das so müde? Wem kann ich noch vertrauen?

Ich habe vor kurzem in einem Restaurant eine Gruppe Jugendlicher beobachtet. Sie saßen zusammen an einem Tisch, aßen gemeinsam, aber keiner sprach mit dem anderen. Jeder wischte auf seinem Handy. Man war unter Menschen und doch ganz allein. Dieses Bild hat mich nicht losgelassen, weil es so viel über unsere Zeit erzählt.

Dazu kommt bei vielen ein Gefühl der Ohnmacht gegenüber den großen Themen: Kriege, politische Lage, soziale Unsicherheit. All das wirkt auf uns, ob wir wollen oder nicht. Und das Ergebnis ist oft ein innerer Rückzug, eine Gereiztheit oder eben diese bleierne Müdigkeit.

Der systemische Blick: Du trägst das nicht allein

Wer mich kennt, weiß, dass ich aus der systemischen Arbeit komme. Und aus dieser Perspektive geht es nie nur um das einzelne Individuum. Es geht immer um das Zusammenspiel von Mensch, Umfeld und inneren Mustern.

Was heißt das für dich? Wenn du verstehst, dass du Teil dieses größeren Systems bist, musst du diese Last nicht allein auf deinen Schultern tragen. Du kannst das Außen oft nicht verändern – aber du kannst auf dich schauen. Du kannst erkennen, an welchen Schrauben du drehen kannst.

Und genau dabei gibt es jemanden, der dir helfen kann. Jemanden, der in absoluter Einfachheit lebt.

Die Antwort liegt direkt vor deinen Füßen

Dein Tier. Vielleicht ist bei dir der Kopf schon wieder in der Zukunft. Die Gedanken laufen wie ein Karussell: Was passiert morgen? Reicht das Geld? Wie geht es weiter? Diese Unplanbarkeit macht vielen Menschen Angst.

Aber schau mal auf dein Tier. Es lebt im Hier und Jetzt. Es plant nichts, es sorgt sich nicht. Es ist ein Meister des Augenblicks. Und genau das kann es dir vorleben – wenn du es lässt.

Wenn dein Tier deine volle Präsenz einfordert, darf dein Gedankenkarussell endlich stoppen.

Vier Geschenke, die dein Tier dir jeden Tag macht

Vielleicht hast du dir noch nie bewusst gemacht, was dein Tier alles für dich tut – ganz ohne Worte und ohne Gegenleistung.

  1. Dein Tier ist ein Anker für dein Nervensystem: Wenn du dein Tier streichelst oder deine Katze schnurrend auf dem Schoß sitzt, senkt das deinen Kortisolspiegel. Ein entspanntes Tier signalisiert deinem Körper: Es ist sicher hier. Du darfst loslassen.
  2. Dein Tier gibt dir Struktur, wenn das Außen wackelt: Dein Hund muss raus, die Katze will Futter, dein Pferd will versorgt sein. Diese Routinen sind das Gerüst für deinen Tag – unabhängig von den Nachrichten und dem Chaos da draußen.
  3. Dein Tier bietet dir einen Raum ohne Bewertung: Es interessiert sich nicht für deinen Kontostand oder deine Karriere. Bei ihm darfst du schwach sein, müde sein, traurig sein. Einfach sein.
  4. Dein Tier gibt dir Wirksamkeit im Kleinen: Die Weltprobleme kannst du nicht lösen – aber für dein Tier bist du die ganze Welt. Lenke deine Energie dorthin, wo du wirklich einen Unterschied machst: in eure Beziehung.

5 Minuten, die alles verändern können

Ich möchte dir einen ganz einfachen Impuls mitgeben. Bitte sieh ihn nicht als verlorene Zeit, sondern als aktive Fürsorge für dich selbst.

Leg dein Handy weg. Wirklich weg. Schalte es auf lautlos oder noch besser ganz aus, sodass keine Nachricht dich für die Zeit der Übung erreichen kann. Dann berühre bewusst dein Tier. Spüre das Fell unter deinen Händen, die Wärme, die Ruhe, die von ihm ausgeht.

Und dann probier einmal etwas aus: Passe deinen Atem an den Rhythmus deines Tieres an. Atme mit ihm. In seinem Tempo.

Fünf Minuten. Mehr braucht es oft nicht, um wieder bei dir anzukommen.

Meine acht Impulse für dich und dein Tier in stürmischen Zeiten

Neben dieser kleinen Übung möchte ich dir acht weitere Impulse an die Hand geben, die dir helfen können, in der aktuellen Zeitqualität wieder in deine Mitte zu finden.

1. Den inneren Kompass gemeinsam spüren.
Setz dich morgens bewusst zu deinem Tier. Lege eine Hand auf sein Fell und frag dich: Was brauche ich heute wirklich?

2. Den Lärm begrenzen, die Nähe suchen.
Plane täglich mindestens fünf Minuten bewusste Stille mit deinem Tier ein. Nur du, dein Tier und der Moment.

3. Eigene Gefühle unterscheiden.
Nicht jedes schwere Gefühl gehört zu dir. Manches trägst du aus dem Außen mit herein. Frag dich: Ist es meins – oder gehört es zu anderen?

4. Dein Tier als Körperanker nutzen.
Spüre das Fell, die Wärme, den Atemrhythmus. Passe deinen Atem an seinen an. Dein Nervensystem fährt von ganz alleine runter.

5. Verbindung statt Rückzug.
Geh bewusst zu deinem Tier – nicht um etwas zu tun, sondern um einfach da zu sein. Und trau dich auch, mit Menschen in Verbindung zu gehen, denen du vertraust.

6. Das Nichtwissen aushalten.
Dein Tier weiß nicht, was morgen sein wird – und leidet nicht darunter. Lass dich von dieser Gelassenheit anstecken. Es ist in Ordnung, gerade keine Antworten zu haben.

7. Wirksamkeit im Kleinen erkennen.
Für dein Tier bist du die ganze Welt. Lenke deine Energie dorthin, wo du einen echten Unterschied machst.

8. Deine Werte als Anker.
Frag dich: Was darf in meinem Leben auf keinen Fall wegfallen? Schreib drei Dinge auf. Die Klarheit, die daraus entsteht, spürt auch dein Tier. Denn ein Mensch, der weiß, wofür er steht, strahlt Ruhe aus.

Mögen die Zeiten gerade noch so stürmisch sein – du hast einen verlässlichen Begleiter an deiner Seite. Ob Hund, Katze, Pferd oder Meerschweinchen: Dein Tier tut jeden Tag etwas für dich. Ohne Worte, ohne Gegenleistung, ohne Bedingung.

Vielleicht liegt die größte Weisheit dieser Zeit darin, sich von einem Wesen führen zu lassen, das schon immer wusste, was wir gerade erst wieder lernen müssen: im Moment zu sein.

Fang heute an. Fünf Minuten. Mehr braucht es nicht.


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